|| Es entwickelt sich

Trends in der Webentwicklung

Wohin wird sich das Internet entwickeln? Wie sieht eine Webseite in Zukunft aus? Welche technischen Neuerungen sind zu erwarten?

Eine Antwort auf diese Fragen stellt lediglich eine Momentaufnahme dar, denn die Entwicklung schreitet stetig voran. War eine Internetzugang im privaten Bereich 1995 eher eine Seltenheit, gibt es inzwischen kaum Haushalte, die ohne eine dauerhafte Verbindung zum World Wide Web auskommen. Dank leistungsfähiger Übertragungsstandards und einem besseren Netzausbau hat zuletzt auch das mobile Internet immer mehr Interessenten für sich gewinnen können.

Mit den Bandbreiten sind auch die Möglichkeiten gewachsen. Musste ein Webdesigner mit Rücksicht auf die langsamen Anschlüsse vor einigen Jahren noch überlegen, ob er ein großes Bild verwenden kann, so werden heute wesentlich größere Dateien, wie z.B. Filme, problemlos übertragen. Große fotografische Hintergründe zieren die Webseiten, da die Datenmenge kaum noch ein Problem darstellt.

Die Internettarife im Bereich mobiles Internet waren lange Zeit an die Datenmengen gebunden, doch auch hier geht der Trend zu gut überschaubaren Flaterates. Immer neue Smartphones erobern den Markt. Die entsprechenden Betriebssystem entwickeln sich rasant und die Nutzer haben kein Interesse daran, über verbrauchte Bytes nachzudenken.

Zu Zeiten der Browserkriege stellten die unterschiedlichen und schlechten Implementierungen der Web-Standards in die verschiedenen Browsertypen eine große Herausforderung für den Webdesigner dar. Dank einer einheitlicheren Umsetzung dieser Standards ist die Entwicklung von Webseiten in dieser Hinsicht leichter geworden. Der Nutzer profitiert von stabileren Webseiten. Da allerdings Smartphones, Tablets und ähnliche Geräte den Markt in einer immensen Vielfalt mit den unterschiedlichsten Designs und Funktionen überschwemmen, ergeben sich für den Webdesigner neue Probleme und Aufgaben.

Grundsätzlich gilt: Die Form folgt der Funktion einer Webseite. Neue Webclients müssen berücksichtigt und das Design der Webseite den Funktionen dieser Clients angepasst werden.

Die Maus scheint immer mehr dem Touchscreen, dem Touchpad und der Gestensteuerung zu weichen. In Zukunft bedienen wir also unsere Geräte zunehmend ohne Zusatzgeräte. Wusch, einmal durch die Luft gewischt und schon schaltet das Fernsehgerät auf den nächsten Sender.

Viele Geräte verbinden sich mit dem Internet, um zusätzliche Informationen anzubieten, aber auch um Informationen ins Netz zu übertragen. Die Waage meldet die wichtigsten Körperdaten direkt an den Personaltrainer oder eine „Wir-nehmen-zusammen-ab“-Webseite. Der Fernseher holt sich Zusatzinformationen zum laufenden Programm und informiert dank aufgezeichneter Fernsehgewohnheiten über kommende interessante Sendungen. Was für den einen eine nützliche Funktion ist, ist für den anderen überflüssiger und eher verstörender Mumpitz. Postet der Kühlschrank bei Facebook: „Tür auf. Banane raus. Tür zu.“ ist der Informations-Overkill endgültig erreicht.

Aus den verschiedenen Möglichkeiten und Kanälen gilt es beim Webdesign diejenigen herauszufiltern, bei denen die auf der Webseite angebotenen Informationen sinnvoll eingesetzt werden können. Ebenso interessant können die Geräte sein, die passende Informationen und Interaktionen an die Webseite zurückliefern können. Die Webseite muss darauf ausgelegt sein, Inhalte in den entsprechenden Formaten liefern und empfangen zu können.

Um erfolgreich zu sein, muss der Nutzer die Steuerung des Angebots zu jeder Zeit verstehen. Da die Nutzer viele Webseiten schon lange nicht mehr nur zum Abrufen von Informationen nutzen, sondern sich vielmehr als aktiver Teil an der Entwicklung der Webpräsenz beteiligen, ist die Steuerung teilweise umfangreicher geworden. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass sich die Besucher auf der Webseite verirren. Klicks müssen intuitiv erfolgen können, da das Interesse an der Webseite sonst schnell verloren geht.

Auch schlechte Reaktionszeiten können zum Absprung von einer Webseite führen. Die gesamte Infrastruktur der Webpräsenz muss auf die angebotenen Dienste abgestimmt sein. Schnelles Internet beim Nutzer, schnelle Darstellung in den Browsern und schnelle statische Inhalte sind von wenig Nutzen, wenn dafür die Datenbankanbindung lahmt.

Steht ein Nutzer mit seinem Smartphone beim Discounter und möchte mittels Quickresponse Code einige Produktinfos abrufen, so sollte die Antwort auch möglichst „quick“ erfolgen. Niemand möchte bei jedem Produkt erst einige Sekunden warten müssen.

QR Codes sind auch Teil eines neuen URL Verständnisses. Die Adresse eines Inhalts ist nur der Zeiger zum Angebot. Jede Toplevel Domain ist geeignet, um den Weg zur eigenen Webpräsenz zu weisen. Wichtig ist, dass die Inhalte einen echten Mehrwert für die Nutzer bieten. Möchte ein Besucher wiederkommen, so merkt er sich jede Adresse gern. Er speichert sie und er verlinkt sie, unabhängig davon, ob die Adresse auf .info oder .de endet. Der URL (Uniform Resource Locator) macht also was sein Name sagt, er lokalisiert eine einzigartige Ressource.

Untergebracht in einem QR Code wird der Inhalt und die Größe des Zeigers unbedeutend. Mit dem Smartphone aufgenommen und decodiert, führt der Zeiger automatisch zum richtigen Webseiteninhalt. Soll neben dem QR Code innerhalb von Anzeigen, Visitenkarten und ähnlichem aber noch der URL angezeigt werden oder soll die Domain auch im Rahmen der E-Mailadressen genutzt werden, so empfiehlt es sich dennoch, den Adressnamen gezielt und überlegt auszusuchen.

Neben Veränderungen des gesamten Webseitenumfelds gibt es auch Weiterentwicklungen innerhalb der eigentlichen Webseite. Vermeintlich einfach gestaltete und übersichtliche Webseiten nehmen zu. Die Inhalte lassen sich dadurch bei einem gleich bleibenden Design auch gut auf andere Medien bzw. Clients übertragen. Große Überschriften, Diagramme und Infografiken helfen bei der Orientierung und sind zugleich als Stilmittel im Einsatz. Html5 bietet unter anderem Canvas und ermöglicht so Animationen. Flash wird dadurch noch nicht verdrängt, aber eine Richtung ist erkennbar. Kleine Animationen lassen sich sogar mit CSS3 umsetzen und die Unterstützung der Browser wächst.